DOULA

„Es ist nicht egal, wie wir geboren werden – und auch nicht, wie wir gebären“

Michel Odent

Es ist diese Erfahrung, die mich dazu bewegt hat, Doula zu werden, denn dass ich auf meine Geburtsreisen so positiv zurückblicke, basiert auf der ununterbrochenen, erfahrenen und liebevollen Zuwendung, die ich durch meine Hebamme erfahren habe. Ihre Begleitung hat mir nicht nur Kraft geschenkt und mein Vertrauen in meine Geburtsfähigkeit gestärkt, Sie hat mir als Mutter etwas Wunderbares geschenkt, an das ich mich mit Freude immer zurück erinnern werde.

Für viele Paare ist die Schwangerschaft und die Vorbereitung auf die Geburt mit Hoffnungen aber auch Ängsten verbunden. Ein Großteil der emotionalen Unterstützung kann sich das Paar gegenseitig geben aber gerade dann, wenn zwei Menschen emotional tief miteinander verbunden sind, ist es für den Partner schwer, durchgängig objektiv und ruhig zu bleiben.

Werdende Väter spüren oft Erwartungen, häufig vor allem die, die sie an sich selbst stellen, die wie eine Last auf ihren Schultern liegen. Wer kann schon nach ein wenig Theorie aber ohne praktisches Training in einem Bundesligaspiel mitspielen? Es ist eben noch kein Meister vom Himmel gefallen.

Dass Frauen anderen Frauen während der Geburt helfen, ist ein sehr alter und weitverbreiteter Brauch. Meine Mutter, meine Schwester und meine Oma haben mich in meinen Schwangerschaften mit Rat und dem Gefühl „guter Hoffnung“ zu sein unterstützt und mich immer daran erinnert, dass ich als Mama intuitiv alles richtig machen werde.

Leider kommen heute nur noch wenige Frauen in den Genuss einer solchen Begleitung, da Familien oft weit auseinander wohnen, eine Hebamme schwer zu finden ist und in den meisten Kliniken eine durchgehende Betreuung während der Geburt nicht gewährleistet ist. Dabei hat die kontinuierliche Begleitung durch z.B. einer Doula meist viele positive Auswirkungen wie zum Beispiel eine kürzere Geburt mit weniger Komplikationen, weniger Schmerzmittelbedarf und vor allem niemals dem Gefühl, hilflos ausgeliefert zu sein – etwas, was im hektischen Krankenhausbetrieb durchaus vorkommen kann, vor allem, wenn man keine eigenen Hebamme mit zur Geburt nimmt, sondern dem Schichtwechsel der Hebammen im Kreißsaal ausgeliefert ist. Und dies in Stunden, in denen werdende Mütter selbst die größte Wandlung ihres bisherigen Lebens erfahren– ein Moment, in dem Frauen die größte Kraft in sich spüren und neues Leben gebären, ein Übergang vom Frau sein hin zur Mutter. Da braucht es eine private, ruhige Atmosphäre und Menschen, die sie mit Zuversicht umsorgen und Vertrauen in den Geburtsprozess, in den eigenen Körper vermitteln.

Eine Doula ist vor allem für die Frauen sinnvoll, die

  • sich eine kontinuierliche, sensible Begleitung in allen Phasen der Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett wünschen,
  • bereits eine traumatische Geburtserfahrung gemacht haben und sich wünschen, dass es beim nächsten Mal „besser“ wird,
  • große Angst vor der Geburt haben, aber eine natürliche Geburt aus eigener Kraft anstreben,
  • oder sexuelle Gewalt erfahren haben und sich daher eine besonders sensible Unterstützung wünschen.
  • Paare, die vor einer Fehlgeburt, einer Totgeburt, oder der Geburt von einem behinderten Kind stehen. Halt ist hier wichtiger denn je.

Was ich mache als Doula?

Meine Aufgabe besteht darin das Paar, aber vor allem die werdende Mutter vor, während und nach der Geburt emotional und physisch zu begleiten, Geborgenheit und Vertrauen in die eigene Geburtsfähigkeit zu vermitteln, ihr mit viel Empathie zur Seite zu stehen und sie bei ihrem Wunsch nach einem positiven Geburtserlebnis an dem von Ihr gewählten Geburtsort zu unterstützen. Ich möchte den werdenden Papa nicht ersetzen, im Gegenteil: Oft hilft es, wenn die ganze „Last“ der Unterstützung nicht nur auf ihm liegt, denn auch für ihn ist die Geburt ein emotionaler Ausnahmezustand. Ich möchte das Paar dabei unterstützen, dass Ihre Geburtsreise im positiven Sinne unvergesslich bleibt.

Und ganz konkret?

Vor der Geburt stehe ich dem Paar bzw. der werdenden Mutter mit meinem Wissen und meiner Erfahrung für alle Fragen rund um die persönliche Vorbereitung auf Schwangerschaft, Geburt, Wochenbett und das Muttersein zur Verfügung. Ich unterstütze sie dabei Informationen zu bekommen, die eine bewusste und überlegte Entscheidung über die Geburt möglich machen. Wo will ich gebären, wie finde ich eine Hebamme, wie kann ich auch auf natürliche Art und Weise mit dem Geburtsschmerz umgehen? Ich höre Euch zu und erstelle mit ihr einen persönlichen Geburtsplan. Für beide bin ich eine Quelle der emotionellen Unterstützung, wann immer sie gebraucht wird.

Während der Geburt gebe ich der werdenden Mama einfühlsame, kontinuierliche und individuelle Unterstützung. Ich sehe meine Aufgabe darin sie an ihre weibliche Intuition und Kompetenz zu erinnern und ihr einen Weg zu ihrer ureigenen Kraft zu gebären aufzuzeigen. Ich sorge für einen geschützten, behüteten und ruhigen Rahmen, damit sie sich entspannen und fallen lassen kann. 

Ein wichtiger Punkt in der Vorbereitung auf eine natürliche Geburt ist für mich der werdenden Mama viele Möglichkeiten an die Hand zu geben, mit dem Schmerz umzugehen, so dass der Geburtsschmerz auf sein physiologisches Maß reduziert wird, Angst und Anspannung sich lösen.

Ich unterstütze die werdende Mama in der Wehenzeit.  Ich atme mit Ihr, ich helfe Ihr sich zu entspannen, tröste oder ermutigt sie, massiere Sie oder trage sie mit verschiedenen Entspannungstechniken durch die Geburtswellen – ich sorge mich um Ihr Wohlbefinden. Wenn eine Prise Humor dabei hilft, dann bringe ich Sie auch gerne zum Lachen! Ich nehme die Rolle ein, die Sie sich als Frau gerade wünschst (ja, das klappt auch nonverbal;-)) Ich bleibe während der gesamten Geburt bei Ihr, wie lange sie auch dauern mag. Ich schenke ihr Sicherheit und Selbstvertrauen.

Ich greife nicht in die Aufgabenbereiche der Hebamme ein. Im Gegenteil: ein Hand in Hand arbeiten im Sinne der gebärenden Frau bzw. der werdenden Eltern steht für mich im Vordergrund. Nach der Geburt ziehe ich mich zurück und sorge für einen möglichst geschützten Raum, in dem die Eltern ihr Baby begrüßen und intensiv Kontakt aufnehmen können.

Auch nach der Geburt unterstütze ich das Paar bei der Verarbeitung ihres Geburtserlebnisses. Wir lassen gemeinsam dieses intensive Ereignis noch einmal Revue passieren- das hilft dabei einen bewussten Übergang in die neue Lebensphase von Frau zur Mutter und Mann zu Vater zu finden. Vor allem dem Vater kommt jetzt eine bedeutende und unterstützende Rolle zu. Ihm stehe ich jetzt zur Seite und zeige ihm Möglichkeiten auf, wie er wirkungsvoll helfen kann damit Du sich die Mama im Wochenbett ausruhen, regenerieren und sich voll auf Ihr Baby konzentrieren kann.

Während der intensiven Zeit des Wochenbetts beantworte ich gerne Fragen rund ums stillen, der Babypflege oder bin einfach nur da, um zuzuhören, wenn der frisch gebackenen Mama alles zu viel werden sollte. Zum Abschluss erhält das Kind von mir seine eigene Geburtsgeschichte, wenn das Paar möchte nicht nur in Worten, sondern auch in Bildern festgehalten.

Medizinischen Fragen beantworte ich nicht, kann Euch aber mit Rat, Hinweisen und den richtigen Anlaufstellen eine Stütze sein.

Was mich qualifiziert?

Ich bin keine Hebamme und kann will diese mit Ihrem medizinischen Fachwissen auch nicht ersetzen. Ich bringe aufgrund meiner eigenen Geburtserfahrungen und meiner Ausbildung zur Doula einen umfangreichen Erfahrungs- und Wissensschatz mit. Im Kreissaal sehe ich mich als Ergänzung zur Hebamme, das Geburtsteam bereichernd und unterstützend. Ich bin geschult in den Themen:

  • Physiologie der Geburt
  • Umgang mit verschiedenen Geburtsverläufen
  • Trauma statt Traumgeburt
  • Rebozo Techniken, Rebozo Rituale
  • DoulaSein nach der Geburt
  • Atem & Beckenboden
  • Entspannungs-, Atmungs-und Visualisierungstechniken
  • Kaiserschnittgeburten
  • Begleitung von Sternenkindereltern
  • Bellybinding

Meine Ausbildung erfolgte über Doulas in Deutschland e.V. unter der Leitung von Melanie Schöne.